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  • Final Fantasy XV Review by Blinker

    Final Fantasy XV – Achtung, enthält !!SPOILER!!

    Mein zweites JRPG, das ich auch durchgespielt habe (Lost Odyssey auf der 360 gebührte die Ehre). War lange skeptisch, da ich noch nie ein Final Fantasy gezockt habe, mich in diesem Universum null auskenne und wieder Schiss vor einem 50h+ Zock hatte. Nun habe ich ein FF gespielt, fand das Universum im 15. Teil ganz gut und brauchte „nur“ 35h um das Abschlusszertifikat zu erhalten.
    Eigentlich nicht so schlecht, oder? Jein… here we go.

    Story
    In diese wird man eigentlich recht schnell rein geworfen. Als Prinz Noctis bricht man mit 3 Kumpels auf, die Welt vor dem Untergang zu bewahren. Die Story wird durch die dazugehörigen Missionen zu Beginn gut erzählt, untermalt mit ein paar wirklich tollen Zwischensequenzen. Leider hab ich „Kingsglaive“ noch nicht gesehen und kann nicht viel zu vorhandenen oder nicht vorhandenen Zusammenhängen sagen. Werde den aber noch nachholen.

    Bis und mit Kapitel 9 ist die Geschichte spannend und gut erzählt. Was ab Kapitel 10 passiert ist dann, um es gelinde auszudrücken, schwach. Aber dies erläutere ich noch…
    Mich hat die Geschichte sonst weitgehend interessiert und ich war immer gespannt wies weitergeht. Bis eben, ab Kapitel 10…

    Gameplay / Design
    Was ist nach Beenden von Kapitel 9 passiert? Warum hat das Spiel nicht dort enden können? Die Ideen scheinen den Entwicklern komplett ausgegangen zu sein… ab Kapitel 10 wird Final Fantasy 15 zu Final SBB 15 oder so… dieses schlauchige „ich renne im Zug hin und her“, „oh wir werden angegriffen“, „cool, Bahnstation, lasst uns einen überaus komplett sinnlosen „Dungeon“ erkunden“, „oh, der Zug fährt gleich, fahren wir los“, „shit schon wieder Attacke, dann mal schnell weg, der Wagen steht ja bereit“, „brumm brumm (ICH KANN FREI FAHREN, JESUS)“, … Kapitel 13 beginnt…

    Ich meine, was da abläuft ist einfach stinklangweilig und dämlich, dass ich schon fast am Gamepad eingepennt bin. Als das „berüchtigte“ Kapitel 13 begann dachte ich zuerst, hey, das wird sicher nicht soo übel. Aber mein Gott… bisschen „Horror“ einbauen, nervige, schlauchige Gänge platzieren, Katz-und-Maus-Spiel mit Gegnern, 5 Mal den Key-Code wechseln müssen um dann festzustellen, dass der Strom wohl auch noch eingeschaltet werden muss, mich mit Ardyns Möchtegern-Bösewicht-Stimme quälen (den ich sonst einen coolen Bösewicht fand!), nur um dann gegen Schluss eine Story-Enthüllung AUS DEM NICHTS vorgesetzt zu bekommen… dafaq Square? Immerhin entschädigt der Kampf Ende Kapitel 13 ein bisschen, der war gut.

    Bis und mit Kapitel 9 ist das Spiel aber ziemlich fantastisch! Die Openworld gefiel mir zwar lange nicht so gut wie viele andere Openworlds, nichtsdestotrotz hatte ich viele Stunden Spass am Jagen, Reiten des Chocobos und dem Rumcruisen im Regalia (wohlgemerkt mit UHU-Kleber am Strassenrand).

    Das Jagen inkl. Kämpfen machte hingegen SEHR viel Spass. Das Kampfsystem ist etwas vom Besten, was ich je erlebt habe. Es ist durchdacht, herausfordernd, geht gut von der Hand wenn man etwas drin ist, erlaubt sau coole Kombos (entweder mit Noctis alleine oder mit Hilfe seiner Bro’s) und es macht einfach Laune! Fand jeden Kampf klasse, hab mich sogar immer richtig gefreut meine Schwerter und Elementar-Magien hervorzubringen und den Gegnern den Garaus zu machen.

    Die Gespräche zwischen den 4 Protagonisten, die man so im Umherstreifen in der Openworld gehört hat waren zu Beginn zwar witzig, wiederholen sich aber zu schnell. Überhaupt fand ich die Beziehung zwischen Noctis, Prompto, Ignis und Gladio zunehmend unbefriedigender dargestellt gegen Schluss. Nach dem Unfall von Ignis war mir alles zu gespielt und ich konnte das Hin- und her zwischen Noctis und Gladio kaum aushalten… das wieder, meine Herren, nach Kapitel 9 alles… (hab ich schon erwähnt dass das Spiel dort hätte enden sollen?).

    Ansonsten haben mir die 4 Bro’s als Konstellation durchaus gefallen. Auch hier war ich skeptisch mit den Backstreet-Boys aufzubrechen, aber spätestens nach dem 2. Kapitel hat man die 4 Kerle halt doch irgendwie lieb gewonnen.

    Umfang
    Es gibt VIIIEL zu tun. Etliche Nebenquests, die leider sehr schnell zu 08/15-MMO-sammel-dies-töte-dies verkommen. Das ist schade, gerade ein Witcher zeigt eindrucksvoll wie man eine grosse Openworld mit sinnvollen Aufgaben verknüpft. War mir schon klar dass ich das hier nicht erwarten konnte aber dennoch… etwas mehr Abwechslung hätte nicht geschadet. Auch Jagd-Quests gibt es zu Hauf. Die erste Jagd nach dem Behemoth war so toll und cool gemacht mit dem Aufspüren, Hinterherschleichen und dann bekämpfen. Leider sind die restlichen Jagden die ich gemacht habe nichts Weiteres als: „folge der Markierung, töte alles, geh‘ zurück und gönn dir die Belohnung“. Hier wurde definitiv Potential verschenkt…

    Neben den Quests kann sich jeder Charakter noch in seinem Spezialgebiet spezialisieren. Für Noctis ist dies das Angeln (*würg*), für Prompto das Fotografieren (nette und coole Sache), Ignis schwingt den Kochlöffel und verstärkt die Truppe mit diversen Buffs, wenn man an einem Campingplatz eines seiner leckeren Rezepte einnimmt (erinnert mich irgendwie an Monster Hunter) und Gladio sammelt Erfahrung in der Erkundung, wenn man oft in der Welt herumläuft. Er kann dann nach Kämpfen bessere Gegenstände aufsammeln / finden. Ausser am Angeln hatte ich an den Spezialisierungen Spass und der Fortschritt war gut spürbar.

    Das Endgame verspricht (gemäss Berichten) doch nochmals einigen Spielspass. Die besten Dungeons warten dort, die besten Waffen, die stärksten Gegner und und und. Leider ist meine Motivation überhaupt nicht vorhanden, mich da noch durchzumetzeln und das High-Level-Zeugs zu erledigen. Wenn dies nun ein MMO wär ok, dann siehts anders aus. Für ein Singleplayer und paar lausigen Trophäen aber ist dies für mich keine Motivation.

    Ich hab das Spiel auf normal durchgespielt (gibt nur einfach und normal) und bin insgesamt in den 35h 2 Mal gestorben. Von daher empfand ich das Spiel als eher „zu leicht“, wirklich herausfordernd war es nie. Auch Kapitel 13 war per se überhaupt nicht schwer, aber einfach verdammt mühsam…

    Auch hab ich nach dem 9. Kapitel keine Nebenquests mehr gemacht. Ich hatte nicht mal Lust, mich via Umbra nochmals in die Openworld zu begeben… nicht ein einziges Mal gebraucht. Dachte, dass ich wohl so oder so zurück müsse aufgrund meines Levels. Aber wie schon erwähnt: too easy alles (und ja ich weiss, dass die Level 99 Dungeons knüppelhart sein können... aber das ist End-Game).

    Soundtrack
    Hier gibt’s nicht viel zu sagen: etwas vom Besten, was ich in letzter Zeit gehört habe. Ob wuchtig, ruhig, sanft oder temporeich. Der Soundtrack von FF15 hat viele Eigenschaften auf Lager und belohnt den Spieler mit wunderschönen Klängen. Das Theme gegen den Leviathan ist mein absoluter Favorit!

    Grafik
    Grafisch weiss FF15 durchaus zu gefallen. Einige Orte der Openworld sehen super aus, der dynamische und stimmungsvolle Tag- Nachtwechsel tragen dazu bei. Ebenfalls können mal Stürme ausbrechen oder es regnet wie verrückt. Sehr sehr stimmig. Es läuft auch durchgehend gut, in den Kämpfen bei all der Hektik nimmt man die Frame-Drops kaum wahr und kann sich fröhlich den Kombos hingeben, ohne eine Dia-Show erleben zu müssen. Performance ist wirklich gut für ein so grosses Spiel.

    Fazit
    Abschliessend bleibt für mich folgendes: Final Fantasy 15 ist ein sehr gutes JRPG, das eine schöne und geheimnisvolle Welt zeigt, mit einer sympathischen Heldentruppe aufwartet, grandiose Zwischensequenzen hat, den Mix zwischen Fantasy und Moderne nahezu perfekt hinkriegt und sehr unterhaltsame Spielstunden in den ersten 9 Kapiteln bietet.

    Final Fantasy 15 ist aber auch ein JRPG das es nicht gebacken kriegt, die Story „rund“ und abschliessend zu erzählen, mit grausamen Design-Schnitzern in den letzten 4 Kapiteln manche Spieler ratlos und wütend macht und wenig Abwechslung in den Nebenaufgaben einbringt.

    Fans von Final Fantasy werden wohl bedenkenlos zugeschlagen haben. Freunde von japanischen Rollenspielen wohl ebenfalls. Was bleibt ist ein gutes bis sehr gutes Spiel, dass aber weit weit weg von einem Meisterwerk ist.

    Ich hatte weitgehend meinen Spass und bin auch „stolz“ dass ich es beendet habe.
    Anfassen werde ich das Spiel aber wohl nie mehr…