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  • Tomb Raider (PC)

    Tomb Raider (PC)



    Pro & Contra

    + stellenweise unglaublich schön
    + gute Atmosphäre
    + weitestgehend sehr gutes Pacing
    + gut abgestimmte Mischung aus Action, Jump & Run und (leichter) Rätselkost
    + sympathische Heldin
    + viel zu entdecken
    + vernünftiger Umfang (12h und mehr, wenn man alles entdecken will)
    + gelungenes Leveldesign
    + solide Handlung
    + optionale Tombs...
    - ... die aber sehr simpel bleiben
    - blasse/nervige Crewmitglieder
    - wenig spielerische und inhaltliche Identität
    - manchmal etwas zuviel Geballere
    - zuviel Autojump


    Fazit

    Meine Erwartungen waren für diesen Reboot (aus welchen Gründen auch immer) sehr niedrig. Umso erstaunter war ich dann, als ich mich selbst an Lara's neustes Abenteuer ranmachen durfte. Und was soll ich sagen? Crystal Dynamics hat hier absolut beste Unterhaltung auf die Beine gestellt: Tomb Raider ist ein moderner Genre-Mix, der praktisch nichts falsch macht und mit einer mächtigen Präsentation aufwarten kann und sogar noch eine vernünftige Erzählung im Lost-Stile obendrauf gibt.

    Spielerisch gibt es jedenfalls kaum etwas zu bemängeln: Tomb Raider spielt sich wie die meisten sehr guten Action-Adventures dieser Generation und ist auch hinsichtlich des Gameplays in der Oberklasse anzusiedeln. Zwar erreicht es nicht den Bombast eines Uncharted oder die Weitläufigkeit eines Assassin's Creed, ist aber ziemlich genau in der Mitte dieser beiden Spiele anzutreffen, will heissen: Keine zu engen Levelschläuche, aber ebenso wenig eine weitläufige (sinnlose), offene Welt ohne Kontext. Viel mehr gibt es stets leichtes Exploring in Tomb Raider mit vielen kleinen Geheimnissen und Goodies, die entdeckt werden wollen. Auch die sekundären Gameplayelemente (wie etwa die aufrüstbaren Waffen und freischaltbaren Perks) wissen zu gefallen, sind aber alles in allem bewährte Standardkost.

    Dies ist auch Tomb Raider's grösstes Problem: Es macht sehr wenig, das nicht bereits in irgendeiner Form in anderen Spielen vorzufinden wäre. Dem Spiel fehlt so ein bisschen das Alleinstellungsmerkmal bzw. die eigene Identität. Zwar ist Lara eine liebenswürdige Heldin, letztlich bleibt sie aber etwas zu blass, was erst recht für die obsolete Crew gilt, die absolut keine Bereicherung für das Spiel war. Dies ist mit Blick auf die traditionsreiche Marke besonders schade: Vor 15 Jahren war Tomb Raider der Massstab für alle Action-Adventures, heute kopiert es lediglich - freilich auf sehr gute Weise - das, was andere Spiele bereits zur Genüge vorgezeigt haben. Durch die Übernahme von Gameplay-Konventionen leidet es zudem an denselben Schwächen wie die meisten Konkurrenten: Zuviel Autoplay, welches die Sprungpassagen etwas ruiniert, zuviel QTEs und zuviel Gunning. Insofern ist auch dies kongruent zu den anderen grossen Genrevertretern.

    Insofern ist es für mich nicht ganz einfach zu sagen, ob sich dieser Reboot gelohnt hat oder nicht. Zwar erhält man vorzügliche und qualitativ zweifelsfrei ansprechende Unterhaltung, die Identität bzw. das, was Tomb Raider in den Spieleolymp gehievt hat, ist aber völlig verloren gegangen. Wenn Crystal Dynamics etwas mehr Eigenständigkeit und kreativen Mut zum frischen Gameplay in den Nachfolger wirft, erwartet uns ein Oberhit. So aber ist Tomb Raider bloss gelungene Videospielunterhaltung, die dem grossen Erbe trotz grosser Bemühungen und tollem Engagement nicht ganz gerecht wird.

    Wer aber solche Spiele mag, schlägt ohne mit der Wimper zu zucken zu. Ich durfte für den Steam-Schnäppchenpreis 12.5 Stunden feine Unterhaltung geniessen!


    "A survivor is born!


    8/10
    Ursprünglich wurde dieser Artikel in diesem Thema veröffentlicht: Welches Spiel habt ihr zuletzt beendet? - Erstellt von: DeftOne Original-Beitrag anzeigen